Freitag, 21. Januar 2011

24. 12.– 03.01.2011 - Niigata



Bild 1 : Fluss in Niigata selber, dort waren wir auch an einem Tag
Bild 2 : Unser Weihnachtsessen <3 <3
(vom Haus lade ich keine Bilder hoch, da dach doch Fotos sind von Privatpersonen, denke die hätten nich so freude, wenn ihr Haus irgendwo im Internet wäre xD)

Weihnachten dieses Jahr war einmal ganz anders. Kein Weihnachtsbaum, keine Familie und keine Geschenke, und so gar kein richtiges Weihnachtsfeeling, trotz dem vielen Kekse backen. Dennoch hatten wir am 24 einen netten kleinen Kreis an Leuten, mit denen wir zusammen assen. Insgesamt waren wir 8 Leute. Wie schon einmal haben ein paar gekocht und man konnte von allen essen, was man mochte. Im Fernsehen liefen gut 4 Stunden lang eine J-Pop Sendung, die wir von Anfang bis Schluss ansahen, auch traten 2 K-Pop Bands auf. Spät spät am Abend unterhielten wir uns noch über Skype mit unseren Familien. Fühlt sich seltsam an, nur der ferne Betrachter zu sein.
Am 26ten durften wir nun mit Kazuya zusammen nach Niigata zu seiner Familie fahren.
Wir nahmen dafür den Gar, was sehr angenehm war. Man konnte einfach nur einsteigen, und der Rest wurde von anderen gedacht. Nach zirka 5 Stunden kamen wir dann auch im Nichts an.
Bereits während der Reise, wurde es immer kühler im Bus (zum Glück hatten wir Decken) und Berglandschaften zogen an unseren Fenstern vorbei. Zwei Stunde vor Ziel kam dann auch schon der Schnee dazu.
Am Ziel angekommen, wurden wir von Kazuya's Vater mit dem Auto abgeholt und fuhren noch einmal 10 Minuten, bis wir in dem typisch, japanischen Haus ankamen. Man führte uns sofort ins Wohnzimmer, wo es schön warm war, wo wir uns unter den Kotatsu mümmelten. Ein Kotatsu ist ein Tisch mit einer warmen Decke darüber, der darunter noch eine eingebaute Heizung hat, also wunderbar warm das ganze) Das Essen an dem Abend war so lecker, wie an allen Tagen in diesem Haus. Kazuya's Mutter ist eine unglaublich gute Köchin und es war doch mal wieder ein schönes Gefühl mütterlich bekocht zu werden. Am ersten Tag nach unserer Ankunft taten wir genau gar nichts. Shion und ich legten und mit unseren Büchern und der Kotatsu und bewegten uns dann kaum noch *lach*.
An einem Tag sind wir eine Stunde in die nächste grössere Stadt gefahren und sind dort ins Kino gegangen (Noruwei no Mori.....ein super Buch aber der Film hat mich nicht wirklich überzeugt), dannach hat Kazuya uns sogar dazu gebracht, mit ihm Badminton zu spielen. Das ganze hat auch sehr viel Spass gemacht und auch an dem Muskelkater hatten Shion und ich noch 3 Tage lang Freude xD
Silvester dann haben wir super traditionell verbracht. Im Fernsehen lief wieder eine Musiksendung (beinahe die selbe wie an Weihnachten), die Kazuya's Eltern sehen wollten, also schauten wir die halt mit ;) Um Mitternacht gingen wir zu einem nahegelegenen Schrein und beteten dort für das nächste Jahr. Zu Hause gab es dann noch Sobanudeln, die man isst, und dabei um ein langes und dünnes Leben zu beten.....was ein dünnes Leben sein soll können wir uns noch nicht wirklich ausmalen aber das ist der Hintergedanke der Sobanudeln. Nach soviel Essen gingen wir dann auch mal langsam schlafen. Am nächsten Tag wurden wir Zeuge, wie die Familie immer wieder Besuch bekam von Familie, Nachbarn und Bekannten. Sie kamen vorbei, brachten etwas kleines, redeten kurz und gingen wieder. Mit kurz meine ich wirklich kurz, zirka 10-20 Minuten. Nichts mit Schweizer Tradition von 2-3 Stunden dort sitzen, wenn man doch nur schnell einen Kaffee trinken wollte ;) Auch bekam die Familie ganz ganz viele Neujahrskarten und schrieb noch schnell welche an Personen von denen sie welche bekommen hatten, aber selber keine geschrieben hatte *lach* so ein stressiges Neujahr hatten wir noch nie miterlebt. Unser erstes Frühstück im neuen Jahr bestand aus einer Suppe und Mochi gedreht in Sesam und Zucker. Mochi ist eine Art Reiskuchen aber zum essen völlig unbeschreiblich....man könnte es vielleicht damit vergleichen einen Kaugummi runter zu schlucken. Aber mit dem Sesam war das wirklich gut. An allen anderen Tagen hatten wir immer Toast aber Neujahrsfrühstück hat wohl auch Tradition.
Das Haus der Familie muss auch noch besser beschrieben werden. Wenn man zur Eingangstüre herein kam zog mach sich erst mal die Schuhe aus. Wenn man dann steil eine Treppe hoch ging kam man zu unserem Zimmer und Kazuyas war gleich daneben. Alles schön mit Schiebetüren. Unser Zimmer war ganz mit Tatami-Matten ausgelegt und wir schliefen auf Futons. Der Futon ist unglaublich warm und Kazuya's Mutter hatte uns immer jeden Abend noch eine Bettflasche ins Bett gelegt. Zudem hatten wir im Zimmer einen Ofen um das Zimmer vor dem Schlafen noch zu wärmen. So hatten wir vor dem Schlafen im Zimmer eine Temperatur von knapp 20 Grad. Sobald der Heizkörper abgestellt wurde sank die Temperatur rasend schnell und bereits am Morgen früh, war die Temperatur wieder bei 6-8 Grad angelangt. Es ist ein lustiges Gefühl als erstes seinen eigenen Atem zu sehen. Auch im Gang wurde nicht geheizt (von Bodenheizung ganz zu schweigen). Das Wohnzimmer, Esszimmer, Küche, Bad sind aber alle in einem Stück in der Mitte des Hauses und sind somit immer recht war.
Wenn ich am Morgen aufgewacht bin, bin ich also immer als erstes aufgestanden, hab mir was warmes angezogen und bin runter unter den Kotatsu gegangen hehe.
Nach einer Woche fanden wir dann doch einmal dass es Zeit wurde um langsam wieder nach Hause zu gehen. Die Woche bei ihnen war sehr erholsam und wir mussten so an nichts denken. Da aber am dritten immer noch sehr viele Leute nach Tokyo zurück fuhren waren alle Gars ausgebucht, wodurch wir mit dem lokalen Zug nach Hause fuhren. Das klappte eigentlich so weit super. Das Personal auf dem Land war so nett. So hat uns ein Schaffner auf einem kleinen Bahnhof, wo wir eine halbe Stunde warten mussten zurück gerufen und gefunden, wir sollen doch bitte im Warteraum warten, es sei doch so kalt. Wie recht der gute Mann doch hatte. Als wir später zur Plattform gingen und nur 4 Minuten auf den Zug warteten, frierten wir uns schon den Hintern ab.
In einer Station hatten wir nur gut 4 Minuten zeit zum Umsteigen, also null Zeit zum sich irgendwie zu orientieren. Wie praktisch, dass einfach alle Menschen in den selben Zug strömten, also sind wir da mal mitgeschwommen und hatten damit auch recht.
Nach gut 6 Stunden waren wir dann auch endlich wieder zu Hause.

2 Kommentare:

  1. Gar = Car
    P.S. Wir haben dich an Weihnachten und Neujahr auch vermisst. Es war schon komisch!

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  2. Also das mit der Bettflasche kannst du dir in Sissach aber abschminken!!!!! Jedoch kann ich dich ganz gut mütterlich bekochen.......

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